Zum Inhalt springen
AS·LAN

Technik

Warum diese Seite kein Cookie-Banner hat

· 4 Minuten · Riza Aslan

Beim ersten Besuch dieser Seite ist Ihnen etwas nicht passiert: Es hat Sie nichts gefragt. Kein Fenster über dem Inhalt, kein »Alle akzeptieren« in Grün neben einem grauen »Einstellungen«, kein zweiter Klick, um das loszuwerden.

Das ist kein Versehen und auch keine Rechtslücke. Es liegt daran, dass hier nichts passiert, wofür man fragen müsste.

Wofür man eigentlich fragt

Das Gesetz, um das es geht, ist in Deutschland das Telekommunikation-Digitale-Dienste- Datenschutz-Gesetz, kurz TDDDG. Es sagt sinngemäß: Wer Informationen auf dem Gerät eines Besuchers speichert oder von dort ausliest, braucht dessen Einwilligung — es sei denn, es ist für den Dienst unbedingt erforderlich.

Entscheidend ist das Speichern auf dem Gerät. Ein Cookie ist dafür nur das bekannteste Mittel; ein Eintrag im lokalen Speicher des Browsers wäre genauso zu behandeln. Und daneben steht die zweite Frage, die aus der Datenschutz-Grundverordnung kommt: Werden personenbezogene Daten verarbeitet?

Was hier gemessen wird

Die Reichweitenmessung läuft über Matomo — eine Software, die auf einem eigenen Server in Deutschland läuft. Nicht bei Google, nicht in den USA, nicht bei einem Dienstleister, der die Daten für eigene Zwecke weiterverwendet. Zwei Einstellungen machen den Unterschied:

  • Keine Cookies. Matomo kann Besuche auch ohne Cookie zählen. Es wird nichts auf Ihrem Gerät abgelegt, nichts von dort gelesen. Damit fällt die Einwilligungspflicht aus dem TDDDG weg.
  • Gekürzte IP-Adresse. Die letzten Stellen Ihrer IP werden verworfen, bevor irgendetwas gespeichert wird. Was übrig bleibt, führt nicht mehr zu einer Person oder einem Anschluss.

Übrig bleibt: wie viele Leute waren heute da, welche Seiten wurden aufgerufen, über welche Suchanfrage kam jemand her, hat das Ding auf dem Handy funktioniert. Genau das, was man braucht, um eine Seite besser zu machen — und nichts darüber hinaus.

Was hier nicht passiert

  • Keine Schriften von fremden Servern. Outfit und Inter liegen hier und werden von hier ausgeliefert. Der Umweg über Google Fonts überträgt die IP-Adresse jedes Besuchers an Google — ein Landgericht München hat dafür schon Schadensersatz zugesprochen.
  • Keine eingebetteten Videos, keine Karten, keine Schaltflächen sozialer Netzwerke.
  • Kein Werbenetzwerk. Falls hier je eine Anzeige steht, ist sie fest eingebaut und beobachtet Sie nicht.

Warum das nicht nur eine Rechtsfrage ist

Man könnte ein Banner auch einfach aus Vorsicht einbauen. Aber jedes Banner kostet etwas: Es steht zwischen dem Besucher und dem, weshalb er gekommen ist. Zahlreiche Messungen zeigen dasselbe Bild — ein nennenswerter Teil der Leute verlässt eine Seite, bevor sie den Dialog überhaupt gelesen hat.

Dazu kommt das Grundsätzliche: Ein Banner, das nur die Zustimmung zu etwas einholt, das man auch lassen könnte, ist keine Wahl, sondern eine Zumutung mit Rechtsschein. Der ehrlichere Weg ist, es nicht zu tun.

Und in Applyr?

Dort speichert die Anwendung sehr wohl etwas auf Ihrem Gerät — Ihre Bewerbung nämlich, damit sie beim nächsten Aufruf noch da ist. Das ist der Zweck des Dienstes selbst und damit »unbedingt erforderlich« im Sinne des Gesetzes. Gefragt wird trotzdem nicht, weil es nichts zu entscheiden gäbe: Ohne diese Speicherung gäbe es das Produkt nicht. An Dritte geht dabei nichts; die Daten verlassen Ihren Browser nicht.